Harz

18.01.10

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Harz (Mittelgebirge)

 

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Basisdaten Harz

Länder:

Niedersachsen,
Sachsen-Anhalt,
Thüringen

Fläche:

2.226 km²

West-Ost-Ausdehnung:

110 km

Nord-Süd-Ausdehnung:

30-40 km

Höchster Punkt:

1.141,1 m ü. NN (Brocken)

Niedrigster Punkt:

119,1 m ü. NN, bei

Kfz-Kennzeichen:

GS, OHA, HZ, MSH, NDH
 

Landkreise:

Goslar,
Osterode am Harz,
Harz,
Mansfeld-Südharz,
Nordhausen

Karte
Topografie des Harzes
Topografie des Harzes

Der Harz, bis ins Mittelalter Hart (= „Bergwald“) genannt, ist ein Mittelgebirge in Deutschland. Als höchstes Gebirge Norddeutschlands liegt es am Schnittpunkt von Niedersachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen. Anteil am Harz haben im Westen die Landkreise Goslar und Osterode am Harz, im Norden und Osten die Landkreise Harz und Mansfeld-Südharz und im Süden der Landkreis Nordhausen. Der Brocken, mit 1.141,1 m ü. NN höchster Berg des Harzes, gilt seit der frühen Neuzeit als der berühmteste „Hexentreffpunkt“ in Europa, den auch Goethe in seinem Faust beschreibt.

Der im Harz gelegene Nationalpark Harz wurde 2006 als erster länderübergreifender Nationalpark Deutschlands aus den beiden bestehenden Nationalparks Harz (Niedersachsen) und Hochharz (Sachsen-Anhalt) gebildet. Schon 1999 war es hier erfolgreich gelungen, Luchse im Harz auszuwildern.

Geographie [Bearbeiten]

Berg-Panorama, von links: Rehberg, Achtermannshöhe, Brocken, Wurmberg.

Ausdehnung und Lage [Bearbeiten]

Satellitenbild Harz  Quelle: World Wind

Satellitenbild Harz
Quelle: World Wind

Das Gebirge ist 110 km lang und 30–40 km breit, bedeckt eine Fläche von 2.226 km² und reicht von Seesen (auf der Linie SalzgitterGöttingen gelegen) bis zur Lutherstadt Eisleben. Es gliedert sich in den niedrigeren Unterharz im Südosten mit Höhen bis zu 400 m – dessen Hochflächen auch agrarisch nutzbar sind – und die höheren Gipfel des großteils bewaldeten Oberharzes im Nordwesten, der Höhen bis zu 800 m erreicht. Ober- und Unterharz sind durch eine Linie, die sich von Wernigerode nach Bad Lauterberg zieht, voneinander getrennt. Nur das Brockenmassiv erhebt sich über 1.000 m ü. NN. Dessen höchster Berg ist der Brocken (1.141 m), seine Nebengipfel sind im Südosten die Heinrichshöhe (1.044 m) und südwestlich der Königsberg (1.023 m). Weitere herausragende Erhebungen des Harzes sind der Acker-Bruchberg-Höhenzug (927 m), die Achtermannshöhe (925 m) und der Wurmberg (971 m) bei Braunlage. Der Harz ist ein Schollengebirge, das nach Westen und Nordosten verhältnismäßig steil abfällt und sich nach Süden allmählich abflacht. Das Gebirge wird von mehreren tiefen Tälern durchschnitten. Rund um das Gebirge liegt das ausgedehnte Harzvorland.

Gewässer [Bearbeiten]

Stausee der Talsperre Wendefurth

Stausee der Talsperre Wendefurth

Die Flüsse des Harzes, aufgrund der starken Niederschläge reich an Wasser, wurden schon früh angestaut. Beispiele solcher Staumauern sind die Talsperre Neustadt, die Okertalsperre und die Rappbode-Talsperre. Das klare kühle Wasser hat sich aber auch auf natürliche Weise in verschiedenen Bergteichen, wie dem Bremer Teich, dem Oderteich oder dem Gräfingründer Teich gesammelt.

Von den 17 Talsperren im Harz werden zwölf Flüsse gestaut. Da der Harz zu einem der regenreichsten Gebiete in Deutschland zählt wurde die Wasserkraft schon früh genutzt. Bis heute dienen die Talsperren vor allem der Stromerzeugung, der Trinkwassergewinnung und dem Hochwasserschutz, besonders während der Schneeschmelze im Frühjahr. Die Sösetalsperre, die von 1928 bis 1931 erbaut wurde, ist die älteste Talsperre im Harz.

Siehe auch: Talsperren im Harz

Die größten Flüsse des Harzes sind im Norden die Innerste, die Oker, die Bode und die Wipper sowie im Süden die Oder. Die Innerste mündet in die Leine und hat als Zuflüsse die Nette und die Grane. In die Oker münden die Flüsse Radau, Ecker und Ilse. In die Bode münden die Holtemme, in die wiederum der Zillierbach mündet, die Hassel und die Selke. Die Wipper wird von den Eine gespeist und in die Oder münden die Söse und der Sieber. In die Helme münden die Zorge, die Wieda und die Uffe.

Erhebungen [Bearbeiten]

Siehe Liste der Berge im Harz

Klima [Bearbeiten]

Klimatisch hebt sich ein Gebirge durch geringere Temperaturen und größere Niederschläge von den Randlandschaften ab. Regelmäßige Niederschläge während des ganzen Jahres prägen den Mittelgebirgscharakter des Harzes. Regenreichen atlantischen Westwinden frei ausgesetzt, fallen hier bis zu 1.600 mm Regen pro Quadratmeter im Jahr.

Verkehrserschließung [Bearbeiten]

Eisenbahnen [Bearbeiten]

Brockenbahn auf dem Bahnhof Brocken

Brockenbahn auf dem Bahnhof Brocken

Der Harz wird durch die Harzer Schmalspurbahnen erschlossen, die Wernigerode, Nordhausen, Quedlinburg und den Brocken miteinander verbinden. Bis zur Grenzschließung schloss sich daran das Netz der Südharz-Eisenbahn-Gesellschaft nach Braunlage an.

Eine Reihe von Stichstrecken führte und führt zum Teil noch in den Harz, derzeit mit regelmäßigem Personenverkehr die Strecke HalberstadtBlankenburg, Quedlinburg–Thale, KlostermansfeldWippra und Berga-KelbraStolberg. Alle in Niedersachsen liegenden Stichbahnen (Innerstetalbahn, Odertalbahn) sind aufgegeben worden. Die Rübelandbahn dient derzeit nur dem Güterverkehr, der Betrieb als Museumseisenbahn ist geplant.

Rund um den Harz bilden (vom Norden im Uhrzeigersinn) die Bahnstrecke Halberstadt–Vienenburg, die Verbindung HalberstadtAscherslebenHalle (Saale), die Berlin-Blankenheimer Eisenbahn, die Halle-Kasseler Eisenbahn, die Südharzstrecke, die Bahnstrecke Herzberg–Seesen, die Bahnstrecke Goslar–Seesen und die Bahnstrecke Vienenburg–Goslar einen Ring.

Harzhochstraße B 4 / B 242, Höhe Torfhaus

Harzhochstraße B 4 / B 242, Höhe Torfhaus

Straßen [Bearbeiten]

Der Harz wird im Westen von der Bundesautobahn 7 und im Süden von der Bundesautobahn 38 gestreift. Von ihm zweigt eine entlang des Südwestrandes verlaufende vierspurige Schnellstraße (B 243) über Osterode bis Bad Lauterberg ab. Ferner besteht eine gut ausgebaute Bundesstraße (B 6, B 4) von Goslar nach Braunlage. Besonders das nördliche Harzvorland profitiert durch die neugebaute B 6n.Sowohl die B4 auch die (noch teils im Bau befindliche) B6n sind großteils autobahnähnlich ausgebaut. Auch der übrige Harz ist mit Bundesstraßen gut erschlossen.

Geologie und Bodenkunde [Bearbeiten]

Entstehung [Bearbeiten]

Der Harz gilt als das geologisch vielfältigste der deutschen Mittelgebirge, wobei basenarme Gesteine bei weitem überwiegen. Die häufigsten, an der Oberfläche anstehenden Gesteine sind Tonschiefer, geschieferte Grauwacken und der in zwei Plutonen anstehende Granit. Bekannt und wirtschaftlich bedeutend sind die Kalksteinvorkommen um Elbingerode und der Gabbro von Bad Harzburg. Die Landschaften des Harzes sind durch steile Bergketten, Blockhalden, vergleichsweise flache Hochebenen mit vielen Hochmooren und langgestreckte, schmale Kerbtäler charakterisiert, von denen das Bodetal, das Okertal und das Selketal die bekanntesten sind.

Die Auffaltung erfolgte hauptsächlich während einer markanten Phase des Paläozoikums, im Rahmen der variskischen Gebirgsbildung im Karbon vor ca. 350 bis 250 Millionen Jahren. In dieser Zeit der Erdgeschichte entstanden in Westeuropa zahlreiche Hochgebirge, unter anderem Fichtel- und Rheinisches Schiefergebirge. Sie wurden jedoch durch ihre Hochlage (bis zu 4 km) stark erodiert und später von mesozoischen Gesteinen überdeckt. Erst durch Hebung seit dem Ende der Kreidezeit und vor allem im Tertiär wurden die jüngeren überlagernden Schichten erodiert und die Gebirgskörper als Mittelgebirge sichtbar.

 

Ökologie [Bearbeiten]

Flora [Bearbeiten]

Auf der Höhe des Brockenmassivs setzt auf der Ostseite bei 1100 m, auf der Westseite auf 1000 m Höhe der Baumwuchs aufgrund der Höhenstufe aus. Unmittelbar unterhalb dieser Höhenstufe setzen Krüppelholzgewächse des Fichtenwaldes und Hochmoore ein. In den höheren Lagen des Hochharzes dominieren Mattenzonen von Nadelhölzern, besonders die durch die Forstwirtschaft geschaffenen Fichtenwälder. In tieferen Lagen ist die Landschaft mit Rotbuchen-Mischwäldern bestanden. Durch das zunehmende Kontinentalklima am östlichen Harzrand wird dort die Rotbuche zugunsten von Traubeneichenmischwäldern verdrängt.

Luchs – im Harz wieder ausgewildert

Luchs – im Harz wieder ausgewildert

Fauna [Bearbeiten]

In den Wäldern des Harzes leben relativ viele Vertreter von Rothirschen, Rehen, Wildschweine und Europäischen Mufflons. Im Herbst 1999 wurden erfolgreich Eurasische Luchse ausgewildert, die sich mittlerweile sehr gut in die Umgebung eingepasst haben. [1] Obwohl die Wildkatzen im Harz ihr größtes Verbreitungsgebiet in Deutschland haben, sind diese so scheu, dass sie selbst von Spezialisten selten gesehen werden. Auch der im Harz ehemals so verbreitete Auerhahn ist mittlerweile sehr selten geworden. Durch gezielte Schutzmaßnahmen der vergangenen 20 Jahre konnte ein Rückgang der Fledermausbestände im Harz gestoppt werden.

     

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Stand: 18.01.10