Berg-Panorama, von links: Rehberg,
Achtermannshöhe, Brocken, Wurmberg.
Ausdehnung
und Lage
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Das Gebirge ist 110 km lang und
30–40 km breit, bedeckt eine Fläche von 2.226 km² und
reicht von
Seesen (auf der Linie
Salzgitter–Göttingen
gelegen) bis zur Lutherstadt
Eisleben. Es gliedert sich in den niedrigeren
Unterharz im Südosten mit Höhen bis zu 400 m –
dessen
Hochflächen auch agrarisch nutzbar sind – und die
höheren Gipfel des großteils bewaldeten Oberharzes
im
Nordwesten, der Höhen bis zu 800 m erreicht. Ober-
und Unterharz sind durch eine Linie, die sich von
Wernigerode nach
Bad Lauterberg zieht, voneinander getrennt. Nur das
Brockenmassiv erhebt sich über
1.000 m ü. NN.
Dessen höchster Berg ist der
Brocken (1.141 m), seine Nebengipfel sind im
Südosten die
Heinrichshöhe (1.044 m) und südwestlich der
Königsberg (1.023 m). Weitere herausragende
Erhebungen des Harzes sind der Acker-Bruchberg-Höhenzug
(927 m), die
Achtermannshöhe (925 m) und der
Wurmberg (971 m) bei
Braunlage. Der Harz ist ein Schollengebirge, das
nach Westen und Nordosten verhältnismäßig steil abfällt
und sich nach Süden allmählich abflacht. Das Gebirge
wird von mehreren tiefen Tälern durchschnitten. Rund um
das Gebirge liegt das ausgedehnte Harzvorland.
Stausee der Talsperre
Wendefurth
Die Flüsse des Harzes, aufgrund der
starken Niederschläge reich an Wasser, wurden schon früh
angestaut. Beispiele solcher Staumauern sind die
Talsperre Neustadt, die
Okertalsperre und die
Rappbode-Talsperre. Das klare kühle Wasser hat sich
aber auch auf natürliche Weise in verschiedenen
Bergteichen, wie dem
Bremer Teich, dem
Oderteich oder dem Gräfingründer Teich gesammelt.
Von den 17
Talsperren im Harz werden zwölf Flüsse gestaut. Da
der Harz zu einem der regenreichsten Gebiete in
Deutschland zählt wurde die Wasserkraft schon früh
genutzt. Bis heute dienen die Talsperren vor allem der
Stromerzeugung, der
Trinkwassergewinnung und dem
Hochwasserschutz, besonders während der
Schneeschmelze im Frühjahr. Die
Sösetalsperre, die von 1928 bis 1931 erbaut wurde,
ist die älteste Talsperre im Harz.
→ Siehe auch:
Talsperren im Harz
Die größten Flüsse des Harzes sind im
Norden die
Innerste, die
Oker, die
Bode und die
Wipper sowie im Süden die
Oder. Die Innerste mündet in die
Leine und hat als Zuflüsse die
Nette und die
Grane. In die Oker münden die Flüsse
Radau,
Ecker und
Ilse. In die Bode münden die
Holtemme, in die wiederum der
Zillierbach mündet, die
Hassel und die
Selke. Die Wipper wird von den
Eine gespeist und in die Oder münden die
Söse und der
Sieber. In die Helme münden die
Zorge, die
Wieda und die
Uffe.
→ Siehe
Liste der Berge im Harz
Klimatisch hebt sich ein
Gebirge durch geringere Temperaturen und größere
Niederschläge von den Randlandschaften ab. Regelmäßige
Niederschläge während des ganzen Jahres prägen den
Mittelgebirgscharakter des Harzes. Regenreichen
atlantischen Westwinden frei ausgesetzt, fallen hier bis
zu 1.600 mm Regen pro Quadratmeter im Jahr.
Verkehrserschließung
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Brockenbahn auf dem
Bahnhof Brocken
Der Harz wird durch die
Harzer Schmalspurbahnen erschlossen, die
Wernigerode, Nordhausen,
Quedlinburg und den Brocken miteinander verbinden.
Bis zur Grenzschließung schloss sich daran das Netz der
Südharz-Eisenbahn-Gesellschaft nach
Braunlage an.
Eine Reihe von Stichstrecken führte
und führt zum Teil noch in den Harz, derzeit mit
regelmäßigem Personenverkehr die Strecke
Halberstadt–Blankenburg,
Quedlinburg–Thale,
Klostermansfeld–Wippra
und
Berga-Kelbra–Stolberg.
Alle in Niedersachsen liegenden Stichbahnen (Innerstetalbahn,
Odertalbahn) sind aufgegeben worden. Die
Rübelandbahn dient derzeit nur dem Güterverkehr, der
Betrieb als
Museumseisenbahn ist geplant.
Rund um den Harz bilden (vom Norden im
Uhrzeigersinn) die
Bahnstrecke Halberstadt–Vienenburg, die Verbindung
Halberstadt–Aschersleben–Halle
(Saale), die
Berlin-Blankenheimer Eisenbahn, die
Halle-Kasseler Eisenbahn, die
Südharzstrecke, die
Bahnstrecke Herzberg–Seesen, die
Bahnstrecke Goslar–Seesen und die
Bahnstrecke Vienenburg–Goslar einen Ring.
Der Harz wird im Westen von der
Bundesautobahn 7 und im Süden von der
Bundesautobahn 38 gestreift. Von ihm zweigt eine
entlang des Südwestrandes verlaufende vierspurige
Schnellstraße (B 243)
über Osterode bis Bad Lauterberg ab. Ferner besteht eine
gut ausgebaute Bundesstraße (B 6,
B 4) von Goslar nach Braunlage. Besonders das
nördliche Harzvorland profitiert durch die neugebaute
B 6n.Sowohl die B4 auch die (noch teils im Bau
befindliche) B6n sind großteils autobahnähnlich
ausgebaut. Auch der übrige Harz ist mit Bundesstraßen
gut erschlossen.
Geologie
und Bodenkunde
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Der Harz gilt als das
geologisch vielfältigste der deutschen
Mittelgebirge, wobei basenarme
Gesteine bei weitem überwiegen. Die häufigsten, an
der Oberfläche anstehenden Gesteine sind
Tonschiefer, geschieferte
Grauwacken und der in zwei
Plutonen anstehende
Granit. Bekannt und wirtschaftlich bedeutend sind
die
Kalksteinvorkommen um Elbingerode und der
Gabbro von Bad Harzburg. Die Landschaften des Harzes
sind durch steile Bergketten,
Blockhalden, vergleichsweise flache Hochebenen mit
vielen
Hochmooren und langgestreckte, schmale
Kerbtäler charakterisiert, von denen das
Bodetal, das
Okertal und das
Selketal die bekanntesten sind.
Die
Auffaltung erfolgte hauptsächlich während einer
markanten Phase des
Paläozoikums, im Rahmen der
variskischen Gebirgsbildung im
Karbon vor ca. 350 bis 250 Millionen Jahren. In
dieser Zeit der
Erdgeschichte entstanden in Westeuropa zahlreiche
Hochgebirge, unter anderem
Fichtel- und
Rheinisches Schiefergebirge. Sie wurden jedoch durch
ihre Hochlage (bis zu 4 km) stark erodiert und später
von
mesozoischen Gesteinen überdeckt. Erst durch Hebung
seit dem Ende der
Kreidezeit und vor allem im
Tertiär wurden die jüngeren überlagernden Schichten
erodiert und die Gebirgskörper als Mittelgebirge
sichtbar.
Auf der Höhe des Brockenmassivs setzt
auf der Ostseite bei 1100 m, auf der Westseite auf
1000 m Höhe der Baumwuchs aufgrund der Höhenstufe aus.
Unmittelbar unterhalb dieser Höhenstufe setzen
Krüppelholzgewächse des
Fichtenwaldes und
Hochmoore ein. In den höheren Lagen des Hochharzes
dominieren Mattenzonen von Nadelhölzern, besonders die
durch die Forstwirtschaft geschaffenen Fichtenwälder. In
tieferen Lagen ist die Landschaft mit
Rotbuchen-Mischwäldern bestanden. Durch das zunehmende
Kontinentalklima am östlichen Harzrand wird dort die
Rotbuche zugunsten von Traubeneichenmischwäldern
verdrängt.
Luchs – im Harz wieder
ausgewildert
In den Wäldern des Harzes leben
relativ viele Vertreter von
Rothirschen,
Rehen,
Wildschweine und
Europäischen Mufflons. Im Herbst 1999 wurden
erfolgreich
Eurasische Luchse ausgewildert, die sich
mittlerweile sehr gut in die Umgebung eingepasst haben.
[1] Obwohl die
Wildkatzen im Harz ihr größtes Verbreitungsgebiet in
Deutschland haben, sind diese so scheu, dass sie selbst
von Spezialisten selten gesehen werden. Auch der im Harz
ehemals so verbreitete
Auerhahn ist mittlerweile sehr selten geworden.
Durch gezielte Schutzmaßnahmen der vergangenen 20 Jahre
konnte ein Rückgang der Fledermausbestände im Harz
gestoppt werden.